✯Sag den Wölfen ich bin zu Hause✯

<<„Schsch. Wir können tun, was wir wollen. Das hast du doch gesagt, stimmt’s?“ Ich strahlte Toby an. Dann bot ich ihm meinen Arm an. Er zuckte vor Schmerzen zusammen, als er die Beine aus dem Bett schwang.

„So langsam habe ich das Gefühl, ich hätte das besser nicht gesagt. Ich werde den Gedanken nicht los, dass es ein bisschen zu ergebnisoffen war.“
Ich lachte.>>

 

Über das Buch

Ende der 80er, June ist ganz vernarrt in ihren Patenonkel Finn. Finn – ein Künstler der sich einen Namen geschaffen hat und nun zurückgezogen lebt. Doch dies ist nicht das einzige, denn Finn ist im Sterben – an einer Krankheit welche zur der Zeit verschwiegen wird. Als das traurige passierte und Finn verstarb sah sich June mit ihrer Trauer alleine konfrontiert. Zu ihrer Überraschung findet sie eine Person, welche Finn mindestens genauso so sehr wie sie geliebt haben soll. Doch kann Juni ihm vertrauen?

 

Was ich denke….

„Sag den Wölfen ich bin zu Hause“ – ein Werk wo mich nicht das Cover, sondern der Titel magisch angezogen hat mich mit dem Buch auseinander zu setzen. Zu Beginn konnte ich mir nicht vorstellen, was dahinter versteckt und auch der Klappentext gab nur wenig Preis. Es ist eine Geschichte, welche in meinen Augen noch in der heutigen Zeit Aspekte der Gesellschaft zeigt, welche es auch schon damals gibt. Erschreckend ist dabei vor allen Dingen, dass 30 Jahre dazwischen liegen und man annimmt, dass sich die Gesellschaft gewandelt hat.

Hauptsächlich verfolgt man die Geschichte aus der Sicht der vierzehnjährigen June. Einem kleinen Mädchen, welches die Welt kaum noch versteht nachdem sie ihren Finn verliert. Durch Schreibstil, Ausdruck der Emotionen und den Situationen denen sich sie stellt kann man sich sehr gut in sie hineinversetzen.

Aufwachsen tut June mit ihrer älteren Schwester Greta, wobei beide eher unterschiedlich sind. Die beiden Eltern arbeiten in der Steuerbranche und sind oftmals nicht zu Hause. So entwickelt sich über die Jahre ihre innige Freundschaft mit Finn. Auch nach seinem Tod erfährt sie Dinge über ihn, welche ihr nicht bekannt oder in der Form bewusst waren. Es gab zeitweise Momente wo ich mir ins Gedächtnis rufen musste wie alt June ist. Sie wächst an ihrer Trauer und stellt sich auch gegen die Gesellschaft.

Die Familie begleitet durch die Trauer Finn’s Kunstwerk von den Geschwistern Greta und June. Auch hier wird aufgezeigt wie vergänglich manche Dinge und man erst über den Verlauf deren wahren Wert kennenlernt.

In dem Buch werden viele Dinge behandelt, die Trauer der Betroffenen und ihr Umgang damit, dem Thema AIDS und wie sich die Gesellschaft es behandelt, wie June erwachsen wird und vor manch einer Herausforderung steht, die Beziehung zwischen Greta und June und auch wie man sich selber findet. Abgerundet durch die Erzählkunst von Carol Rifka Brunt, dem Schreibstil – ach einfach den ganzen Gesamtpäckchen gehört es mit zu meinen Buchhighlights dieses Jahr.

Fazit

Ein Buch, was jeder gelesen haben muss. Ich habe es in kürzer Zeit durchgelesen, so begeistert bin ich von „Sag den Wölfen ich bin zu Hause“. Von der ersten bis zur letzten Seite fantastische Literatur, welche nicht nur zum persönlichen Vergnügen beiträgt, sondern auch Themen behandelt, welche zum Nachdenken anregen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.